Eine Nummer zu groß oder: Alt gegen Jung

  • SEG Soest – TSVE Bielefeld 5:13 (1:4; 1:6; 3:3)


    „Der aktuelle Meister unserer Liga ist mit den drei besten Stürmern und dem Anspruch angereist, auch dieses Jahr wieder unangefochten Meister zu werden. Deswegen wird er versuchen, seine Torbilanz auf unsere Kosten zu verbessern und uns eine Lehre zu erteilen. Wir können heute viel lernen und müssen uns nicht verstecken, wenn wir kämpfen wie vor drei Tagen“. Dermaßen durch die Ansprache ihres Trainers, Jan Buschmann, motiviert, eröffneten die U 17 Schüler der Soester EG beherzt die Partie am Samstagmittag in der Eishalle in Echtrop. Dass sie ihren Gegner mit ihrer kecken Offensive zum 1:0 nach zwei Minuten überrumpelt und gereizt hatten, war ihnen vielleicht gar nicht richtig bewusst. Auf jeden Fall ließen sich die Bielefelder nicht lange auf der Nase herumtanzen und schickten die Bördeindianer nach mehreren Kontern mit einem 1:4 in die erste Pause.


    Im zweiten Drittel (1:6) gaben die Ostfalen unumstritten den Ton an und zeigten, wer das Heft in der Hand hielt. Ihre Stürmer wirbelten, immer wieder durch gelungene Pässe geschickt in Szene gesetzt, über die Eisfläche und spielten sehenswertes Eishockey. Da nutzte es den Bördeindianern auch wenig, dass sie kurz vor der zweiten Pause den Abstand auf 2:10 verkürzen konnten.
    Wer nun angenommen hatte, die Bördeindianer würden im letzten Drittel einem Fiasko entgegensteuern, musste sich eines Besseren belehren lassen. Die erheblich jüngeren Spieler der SEG besannen sich auf ihren Kampfgeist, boten den Bielefeldern Paroli und konnten das letzte Drittel sogar ausgeglichen gestalten (3:3). Letztlich endete das Match aber mit einem auch in der Höhe verdienten Sieg (13:5) für das eingespielte, technisch versierte und gewiefte Team aus Bielefeld. Es hatte vor allem im zweiten Drittel Konzentrationsfehler der Soester konsequent ausgenutzt und hielt den Druck auf die Bördeindianer ununterbrochen hoch.


    Die größere Erfahrung, ein gut aufeinander abgestimmtes Spielverständnis sowie eine letztlich auf das Alter zurückzuführende bessere Kondition zeigten am Samstag die Bielefelder. Ihnen stellten sich die erheblich jüngeren Bördeindianern mit aller Kraft entgegen und kämpften bis zur Erschöpfung. Zumindest phasenweise konnten sie gegen das stärkste Team der Liga mithalten, immer wieder sich gegenseitig anfeuernd und durch die Leistung ihres überragenden Torwarts gestärkt. Fazit: Die Zuschauer sahen ein außergewöhnlich schnelles und faires Spiel, wobei die Zukunft den Jungen gehören wird. Werbung im besten Sinne für das Eishockey in Soest.


    SEG17 Aufgebot:
    Cedric Kroll; Jil Berkenbusch, Florian Schulte, Andi Brüser, Felix Harder, Elias König, Paul Henze, Thomas Gunt, Nils Fleischer, Ole Lensches, Tim Mörchen, Lukas Niodusch, Paul Sommereisen, Lukas Schrieck, Lennard Sossna
    Trainer: Jan Buschmann
    Text: Gerd Brüser