Sonntag, 12.01.14, 19:00 Uhr, Eissportzentrum Möhnesee, Platzierungsrunde Regionalliga-West:
Soester EG vs. EC Lauterbach
Das Sonntagheimspiel der Soester EG gegen den amtierenden Hessenmeister und Pokalsieger 2013 bringt nicht nur DEL-Luft in das Wigwam. Es ist auch das erste Spiel der Regionalliga-Herren der SEG im Jahre 2014. Zu Gast ist das Top-Team und der Liga-Favorit, die Luchse aus Lauterbach. Die Luchse sind als Hessenmeister Regionalliga-Aufsteiger und scheiterten nur wegen eines Formfehlers an der Aufstiegsrunde zur Oberliga West. Hintergrund ist, dass der 5:3-Heimspielerfolg zum Ligaauftakt gegen Frankfurt wegen des besagten Formfehlers mit 0:5 gegen die Luchse gewertet wurde. Nur deshalb verpassten die Luchse die Oberliga-Aufstiegsrunde. Dies konnte die Euphorie in Lauterbach allerdings nicht merklich bremsen. Zum Auftakt der Platzierungsrunde besiegten die Luchse am letzten Sonntag die Dinslakener Kobras schlussendlich deutlich mit 8:2 (0:0/2:2/6:0).
Der Tabellenführer spielt daheim vor vollen Rängen und wird auch im Wigwam große Fanunterstützung mitbringen. Neben dem Mannschaftsbus mit Anhang wird beispielsweise auch vom 1. Fan-Club der Lauterbacher Luchse ein reiner Fanbus die ca. 220 Kilometer lange Anreise aus Hessen in das Wigwam antreten. Die Luchse-Fans sind auch in Soest bekannt für ihre Freundlichkeit sowie zahlreiche und lautstarke Unterstützung, so dass eine tolle Eishockeystimmung im Wigwam garantiert sein dürfte.
Die Soester Eishockeyfamilie wird aber nicht nur auf der Zuschauerseite leistungsmäßig gefordert werden. Gerade auf dem Eis bringen die Luchse das Beste mit, was die Regionalliga offensiv zu bieten hat. Die Luchse, die bereits in der vergangenen Saison als Doublesieger bestmögliche Erfolge in Hessen feiern konnten, über eine sportlich herausragende Mannschaft verfügten und den Kader zudem zu Saisonbeginn halten konnten, haben sich bekanntlich zum Beginn der aktuellen Saison noch einmal gewaltig verstärkt.
Aus Darmstadt und weiteren Hessenvereinen kamen Spieler mit sehr gutem Regionalliganiveau. Zudem kamen mit Brendan Burge (21 Jahre) und Jake Fardoe (19) sogar zwei Kanadier, die die Kontigentstellen besetzen. Mit Marcel Patejdl (28) und Emanuel Grund (26), der in der Vergangenheit in Leipzig aktiv war, wurden zwei Verteidiger mit Oberligaerfahrung verpflichtet. Stürmer Jens Feuerfeil (23) kam vom Oberligisten Schweinfurt und spielte bereits zuvor in der Oberliga-Süd für die Starbulls Rosenheim.
Dies waren aber nicht die einzigen Verpflichtungen der Luchse zu Saisonbeginn. Denn mit Pierre Kracht (27) konnte beispielsweise ein Neuzugang verpflichtet werden, der bereits für die Iserlohn Roosters in der DEL spielte und in der abgelaufenen Saison in Bayern in 27 Spielen 39 Tore und 38 Vorlagen erreichte.
Schließlich war den Luchsen mit dem Flügelstürmer Benjamin Schulz (26), der in den vergangenen drei Spielzeiten für Chemnitz und Braunlage in der Oberliga aktiv war, noch ein ganz besonderer Transfer geglückt. Dieser sollte nach schlussendlich zutreffender Saisonprognose von SEG-Trainer Burkhard Höcker einer der stärksten Spieler der Liga werden.
Die Luchse haben in der laufenden Saison zudem Veränderungen vorgenommen. Der Double-Sieger-Trainer Marc Garthe (47), der selber hochklassig in ganz Deutschland aktiv war und bereits in der DEL für den Rekordmeister Eisbären Berlin spielte, wurde während der RL-Vorrunde durch den US-Amerikaner Roger Nicolas ersetzt.
Letzterer versucht seit seinem Amtsantritt die Defensive zu stärken, da die Luchse in der Regionalligavorrunde in 16 Spielen immerhin 79 Gegentore hinnehmen mussten und defensiv deutlich anfälliger waren als sämtliche Teilnehmer zur Oberligaaufstiegsrunde West.
Auch wenn aktuell die Defensive der Luchse zumindest von der Papierform gesicherter erscheint, liegt die Stärke des Teams nach Einschätzung von SEG-Trainer Höcker weiterhin in der unglaublichen Offensivkraft. Gerade die Statistiken belegen das: Die Luchse waren in der abgelaufenen Vorrunde das torgefährlichste Regionalligateam. 108 Tore (!) in 16 Spielen bedeuteten einen Torschnitt von 6,75 Toren: Platz 1 der Regionalliga-West. Logische Konsequenz war, dass die Luchse mit Benjamin Schulz (Ligaplatz 1/ 44 Scorerpunkte) den Topscorer der RL-West stellten. Dieser war also selber an 44 Toren beteiligt. Zum Vergleich: Die SEG erzielte in der Vorrunde insgesamt 45 Tore. Mit Paul Schmelzer (3. Platz/42 Punkte), Jakob Fardoe (6. Platz/ 32 Punkte), Pierre Kracht (7. Platz/ 32 Punkte) und Jens Feuerfeil (9. Platz/ 30 Punkte) waren zudem insgesamt fünf Spieler der Luchse unter den besten 10 Scorern der Regionalliga-West. Mit Brendan Burge (17. Platz/ 25 Punkte) und Horst Feuerfeil (19. Platz/ 23 Punkte) sind sogar noch weitere Spieler der Luchse im Ranking der Vorrunde der Regionalliga vor dem ersten SEG-Spieler, dem Topscorer Thomas Ehlert (25. Platz/ 18 Punkte), vertreten.
Da gegen die offensivstarken Luchse gerade die gesperrten Verteidiger Stefan Sprenger und Mannschaftskapitän Jan Buschmann den Bördeindianern sehr fehlen werden und zudem mit den Stürmern Christoph Ulrich und Norman Büttner zwei Lanzeitverletzte ausfallen, ist es sehr wichtig, dass mit Sebstian Sprenger, dem Top-Torschützen der SEG-Regionalliga-Vorrunde, ein zuletzt gesperrter Stürmer in den Kader der SEG zurückkehrt.
Noch wichtiger wird aber sein, dass nicht nur die verbliebenen Verteidiger Manuel Jahrendt, Christian Mühlfort, Nicloas Keyser und "Neuverteidiger" Paul Jäger einen guten Tag erwischen, sondern gerade die "Abteilung Sturm" gute Defensivarbeit leistet.
Es bleibt auch zu hoffen, dass die SEG im heimischen Wigwam dem in jeder Hinsicht stark anreisenden Gegner und Topvaforiten aus Lauterbach neben und auf dem Eis möglichst lange ebenbürtig ist. Die tolle Eishockeystimmung möge den Bördeindianern am Sonntag zu einem großen Spiel verhelfen.
Die Tendenz der bisherigen Spiele gibt zumindest Anlass zur Hoffnung. Daheim verloren die Bördeindianer gegen die Luchse nach zwei ausgeglichenen Anfangsdritteln im Schlussdrittel zwar noch recht deutlich mit 4:9. Einen Monat später verlor man in Lauterbach, dem letzten Spiel von Ex-Luchse-Trainer Marc Garthe, nach drei spannenden Dritteln aber erst ganz am Ende nur noch unglücklich mit 4:7. Zudem konnten die Bördeindianer in den letzten fünf Regionalligaspielen immerhin bei vier Spielen das Eis als Sieger verlassen. Insbesondere der Auftakt zur aktuellen Platzierungsrunde gegen Wiehl war zuletzt mit 5:2 (0:0/4:1/1:1) klasse, so dass es am Sonntag am zweiten Spieltag der Platzierungsrunde sogar zu einem, wenn auch nicht ausagekräftigen und ernstgemeinten, "Gipfeltreffen" kommt, das da heißt: Tabellenzweiter gegen Spitzrenreiter.
So, genug informiert. Sonntag sollte das Wigwam und das Indianerland dem großen Favoriten aus Lauterbach einen großen Kampf bieten. Zu diesem Topgegner hofft die SEG auf eine Topkulisse. In diesem Sinne: Halle voll, Stimmung toll!
Bringt Pauken und Trompeten mit - Der Gast macht es auch!